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Seelsorge im Internet

Online in die Kirche gehen

Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen, muss die Kirche zu den Menschen gehen. Diesen Weg wagt das Bistum Hildesheim und nutzt dafür das Medium Internet. Das Bistum ermöglicht die erste Online-Gemeinde, die sich St. Bonifatius nennt und ökumenisch ausgerichtet ist.

Zu finden ist die Kirche von St. Bonifatius in Funama, einer virtuellen Republik im Internet, deren Hauptstadt funcity heißt. Hier gibt es alles, was eine Großstadt ausmacht. Dazu gehören Geschäfte, Banken, Versicherungen, Parks, Lokale, U-Bahn, "Geld", Unterhaltung.....und -natürlich- eine Kirche. Mit monatlich über 500.000 Besuchen gehört Funama (ca.100.000 Einwohner "leben" hier) zu den bedeutenden Communities im weltweiten Netz.

Im Frühjahr 1998 errichteten die Bernward Mediengesellschaft und der Fachbereich Jugendpastoral des Bistums Hildesheim in dieser Stadt eine Kirche als seelsorgerisches Angebot in einem auf Spaß ausgerichteten Umfeld. Am 6. April 1998 erhält die funcity-Kirche vom Hildesheimer Weihbischof Hans-Georg Koitz ihren Namen "St. Bonifatius".

Die Mitarbeiter der Funcity-Kirche sehen sich einem großen Bedarf an seelsorglichen Gesprächen gegenüber. Zur Zeit stehen 20 katholische und evangelische Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Kirche als Ansprechpersonen zur Verfügung. Per Mail sind sie zu erreichen und sie versprechen eine Antwort binnen 24 Stunden.

Pfarrer Tenge, Jugendseelsorger im Bistum Hildesheim, leitet die Online-Gottesdienste.

Kontinuierlich wird das seelsorgerische Angebot ausgebaut. Neue Formen eines gemeinsamen Gebetes, des spirituellen Austausches oder der Liturgie werden erprobt. So ist das gemeinsame Beten des Vaterunser am Ende eines Chats zum festen Bestandteil des Gesprächsabends geworden. Anlässlich eines Studientages zum Thema Internet-Kirche wurde im April 2002 ein gemeinsamer Gottesdienst zwischen realer und virtueller Gemeinde gefeiert. Die Exerzitien im Alltag erreichen Teilnehmer bundesweit.

Ein regelmäßiges gottesdienstliches Angebot findet statt an jedem letzten Sonntag-Abend des Monats um 21.30 Uhr in der Internetkirche St. Bonifatius. Dort sind die Menschen versammelt, ohne sich zu sehen und zu hören. Stattdessen lesen sie getippte Wörter voneinander, Gebete oder auch Gedanken beim Predigtgespräch. Pfarrer Martin Tenge, Jugendseelsorger für das Bistum Hildesheim, leitet die Online-Gottesdienste.

Zu erreichen ist die Online-Kirche unter www.funcity.de

 

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